Bottomloader Ofen mit Graphitisolierung - HTBL GR

Die Bottom Loading Graphitöfen der HTBL Serie bieten Maximaltemperaturen bis 2200 °C mit einem Nutzvolumen von 50, 80 oder 220 Litern. Die Anwendungen reichen von Forschung bis in kleinere Produktionen.

Ein großer Vorteil der HTBL Serie stellt das leichte Be- und Entladen des Ofens dar, da sich der abgesenkte Boden mitsamt der Beladung nach vorne herausschwenken lässt und so das gesamte Nutzvolumen von allen Seiten zugänglich wird. Dadurch erweist sich die HTBL Serie als besonders anwenderfreundlich und geeignet für extrem empfindliche Proben. Weitere Probenthermoelemente können an den gewünschten Stellen im Nutzvolumen eingebracht werden.

Desweiteren besteht die Möglichkeit der Verwendung einer Retorte. Das Herunter- und Hinauffahren des Ofenbodens bis zur gesamten Höhe des Nutzvolumens erfolgt vollautomatisch mit Hilfe eines sanft arbeitenden hydraulischen Antriebs. Nach Absenken des Ofenbodens kann dieser nahezu mühelos um 90 ° nach vorne geschwenkt werden, um die Probe zu entnehmen und den Ofen anschließend wieder zu beladen.

Je nach Wunsch und Optionen können die Gase Stickstoff, Argon und Wasserstoff rein oder gemischt während der Wärmebehandlung eingeleitet werden. Weitere Gase sind auf Anfrage verfügbar. Der Ofen kann unter leichtem Überdruck oder mit einem kontrollierten Partialdruck zwischen 10 und 1000 mbar verwendet werden. Der Partialdruck ermöglicht einen kontrollierten Gasfluss durch den Hochtemperaturofen. Der Betrieb an Luft oder reinem Sauerstoff ist nicht möglich.

Die Gase werden durch verschiedene Dosierungs- und Kontrollventile zur Verwendung bereitgestellt. Das Vakuum wird je nach Anforderung durch eine große Auswahl an verschiedenen Pumpen erreicht. Die Temperatur kann innerhalb der Spezifikationen individuell eingestellt werden, dabei ist das Design des Ofens auf höchstmögliche Temperaturhomogenität optimiert.

Anwendungsbeispiele

Anlassen, Hartlöten, Carbonisieren, Ceramic Injection Moulding (CIM), Entbindern, Entgasen, Trocknen, Härten, Metal Injection Moulding (MIM), Pyrolyse, Abschrecken, Rapid Prototyping, Silizieren, Sintern, Löten, Sublimieren, Synthese, Tempern

Standardausstattung

  • Graphitöfen ermöglichen von allen Isolationsmaterialien die höchstmögliche Temperatur
  • Wasserstoffpartialdruckbetrieb auf Anfrage
  • Kontrollierte Evakuierung, geeignet für Pulver
  • Vollautomatisierter Betrieb
  • Datenaufzeichnung zur Qualitätssicherung

Bottomloader Ofen mit Graphitisolierung - HTBL GR Blick ins Innere des HTBL GR

  1. Heizelemente
  2. Wassergekühlte Stromdurchführung
  3. Verfahrbarer Boden
  4. Ofengehäuse
  5. Grundplatte
Das Modell HTBL GR mit einem Graphitheizer hat eine Heizzone. Dieser Mantelheizer wird von einer Software kontrolliert und durch einen Übertemperaturschutz abgesichert. Der Mantelheizer besteht aus Graphitstäben, die vertikal um den Probenraum angebracht sind. Die Isolierung besteht aus Graphitfilzmatten. Die Vakuumkammer besteht außen aus einem Kessel, der doppelwandig ausgelegt ist und mit Wasser gekühlt wird.

Um den Ofen zu be- oder entladen, müssen Klammern von Hand geöffnet oder geschlossen werden, ebenso wie die Verbindungen zum Vakuumsystem. Nachdem der Ofenboden hydraulisch heruntergefahren wurde, kann der Anwender den Ofenboden um 90° herausschwenken. Abgesehen von diesen wenigen manuellen Schritten, funktioniert der Ofen im Betrieb vollautomatisch. Diese Automation macht die HTBL-Serie zum perfekten Ofen für die Großserienproduktion bei hohen Temperaturen.

Der Graphitofen HTBL GR ist sowohl mit einem Pyrometer als auch mit einem Schiebethermoelement ausgestattet. Eine Retorte ist als Option verfügbar. Graphit ist zwar ein sehr vielseitiges Ofenmaterial und geeignet für extrem hohe Temperaturen; ist die Probe jedoch gegenüber Kohlenstoff empfindlich, so muss ein metallischer Ofen eingesetzt werden.

Innenansicht HTBL GR

Bottomloader Ofen mit Graphitisolierung - HTBL GR Technische Daten

Isoliermaterial Außenabmessungen H x B x T (mm) Transportgewicht (kg) Nutzraum Volumen (l) Ø x H, usable space without retort (mm) Ø x H, usable space with retort (mm) Thermal values Tmax, Vakuum (°C) Tmax Atmosphärendruck (°C) -Delta-T, zwischen 500 und 2200 °C (K) nach DIN 17052 Max. Aufheizrate (K/min) Abkühlzeit (h) Connecting values Leistung (kW) Spannung (V) Strom (A) Vorsicherung (A) Vakuum (Option) Leckrate Behälter (sauber, kalt und leer) (mbar l/s) Arbeitsvakuum, abhängig vom Pumpstand Erforderliches Kühlwasser Fluss (l/min) Gasversorgung Stickstoff- oder Argonfluss, andere auf Anfrage (l/h) Controller
HTBL-H 50 GR/22-1G Graphit 4300 x 2400 x 2200 3200
50 300 x 700 280 x 680
2200 2200 ± 10 10 8
120 400 (3P) 3 x 175 3 x 250
< 5x10-3 rough or fine vacuum
100
500-2000 Siemens WinCC flex
HTBL 50 GR/22-1G Graphit 3500 x 2400 x 2200 3200
50 400 x 400 380 x 380
2200 2200 ± 10 10 8
120 400 (3P) 3 x 175 3 x 250
< 5x10-3 rough or fine vacuum
100
500-2000 Siemens
HTBL 80 GR/22-1G Graphit 4300 x 2400 x 2200 3500
80 400 x 700 380 x 680
2200 2200 ± 10 10 12
200 400 (3P) 3 x 290 3 x 400
< 5x10-3 rough or fine vacuum
150
500-2000 Siemens
HTBL 200 GR/22-1G Graphit 4800 x 2400 x 2600 4200
200 500 x 900 480 x 880
2200 2200 ± 10 10 16
300 400 (3P) 3 x 430 3 x 630
< 5x10-3 rough or fine vacuum
220
500-2000 Siemens

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Wärmebehandlung bei niedrigen Drücken

Wärmebehandlung bei niedrigen Drücken

Hochtemperatur Vakuumöfen erlauben die Wärmebehandlung von Proben bei niedrigen Drücken (bis 10-6 mbar) sowie unter speziell einstellbaren Partialgasatmosphären. Beim Konzept „Bottom Loader“ wird der Boden zum Beschicken abgesenkt und aus dem Ofen herausgefahren. Danach kann der Boden nach vorne geschwenkt werden. Das erleichtert die Beschickung, da das Nutzvolumen von allen Seiten zugänglich ist. Außerdem können beispielsweise Probenthermoelemente punktgenau platziert werden.